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Entscheiden über Leben und Tod. Helfen als Dilemma

In unserer Gesellschaft ist das Entscheiden immer wichtiger geworden. Dabei geht es um politische Fragen, beispielsweise in der Asylpolitik und dem Ausländerrecht. Aber auch um Entscheidungen, die jeden Einzelnen betreffen. Wir können immer mehr existentielle Situation beeinflussen - aber sind wir den Entscheidungen gewachsen, die damit zusammenhängen? Unsere Gesellschaft wird immer älter, medizinisch ist immer mehr machbar - aber was davon ist sinnvoll? In der Notfall- und Katastrophenmedizin müssen Ärzte schon seit langem existentielle Entscheidungen treffen. Dort heißt das Entscheiden "Triage", "Auswählen". In ihrer extremsten Form bedeutet sie, dass der Notarzt entscheidet, einen Menschen sterben zu lassen, weil der sehr wahrscheinlich keine Chance mehr hat. Wenn Transportkapazitäten und medizinisches Material knapp sind, werden sie stattdessen eingesetzt, um ein anderes Leben zu retten, das mehr Überlebenschancen hat. In einem Krankenhaus würde trotzdem ein ganzes Team um den Sterbenden kämpfen, bis wirklich alles vorbei ist. Die Verantwortung wäre geteilt, der gemeinsame Kampf eine Ablenkung, Apparate, Schläuche und Schmerzmittel nähmen der Situation ihre Unmittelbarkeit. Draußen, am Einsatzort, sind der Arzt und sein Patient allein. Es fällt schwer, die Verantwortung für Entscheidungen solcher Tragweite zu übernehmen. Aber vielleicht gehört genau das zu dem, was uns zu Menschen macht. 

06.07.2019, 12.04 - 13.00 Uhr , WDR 3 Kulturfeature. 

Wiederholung: So 07.07.2019, 15.04 Uhr

 

 

Der junge kenianische Athlet Daniel Simiyu mit seinen Ende-Schuhen und dem entsprechenden Shirt beim Training in Eldoret, am Rande des Großen Afrikanischen Grabenbruchs. © Bettina Rühl

Lauf für ein Leben - Kenianische Athlet*innen und ihre Sportschuhe

Kenianische Läufer*innen sind auf Langstrecken derzeit fast unschlagbar - das ganze Land ist stolz auf seine Athleten. Eine Kenianerin und ein US-Amerikaner wollen den sportlichen Erfolg des Landes auch zu seinem wirtschaftlichen machen: Sie haben den ersten Laufschuh auf den Markt gebracht, der aus Kenia stammt. Die Schuhe der Marke Enda („Lauf!“) werden zusammen mit Profi-Läufern entwickelt. Für die Athlet*innen ist das professionelle Laufen vor allem eine Chance, der Armut zu entkommen. Aber sie sind auch stolz darauf, am „Projekt Enda“ mitzuwirken, denn das kenianische Unternehmen achtet auf den sozialen und ökologischen „Fußabdruck“ seines Produktes. 

SWR 2 Tandem, Montag, 01.07.2019, 19.20 Uhr  (+ Dienstag, 02.07.19, 10.05 Uhr)