Bürgersinn und Bürgerwehr

© Bettina Rühl. Der malische Aktivist Ras Bath vor Anhängern in der Hauptstadt Bamako.

Der malische Aktivist Ras Bath hat Tausende vor allem junge Anhänger im Kampf gegen Korruption. 

In vielen anderen afrikanischen Ländern haben sich in den vergangenen vier oder fünf Jahren junge Menschen zusammengetan, die sich mit den politischen Verhältnissen nicht mehr abfinden wollen und von ihren Regierungen Rechenschaft fordern. Durch soziale Medien wie Facebook oder Twitter sind sie über die Landesgrenzen hinweg miteinander in Kontakt und verbreiten ihre Botschaften über unterschiedliche Kanäle im Internet. Einer von ihnen ist der Jurist Ras Bath im westafrikanischen Mali.

Neues Deutschland, 31. August 2017 

 

 

Und plötzlich steht die Geheimpolizei vor der Tür

Während der kongolesische Präsident Joseph Kabila einfach nicht abtreten will, kämpfen junge Aktivistinnen für politische Veränderung. 

 WOZ, 6. Juli 2017 

 

 

 

Heimkehr in den Bürgerkrieg

Seit sich die Lage in Somalia etwas stabilisiert hat, kehren Tausende ehemalige Flüchtlinge in ihre kriegszerstörte Heimat zurück. Abdullahi Sheikh Musa Hassan gründete nach 20 Jahren im britischen Exil eine Druckerei in Mogadischu. Der Journalist Abdikarim Alikaar arbeitet bei einem somalischen Fernsehsender. Er setzt sich für politische Bildung und Pressefreiheit ein. Dafür nimmt er ein Leben mit hohem Risiko und die Trennung von seiner Familie in London in Kauf. Menschen wie Hassan und Alikaar weisen den Weg in eine bessere Zukunft, sofern Somalia trotz der anhaltenden Kämpfe überhaupt eine Zukunft hat.

 WOZ, 23. Februar 2017

 

 

"Es hat sich noch nicht einmal gelohnt."

Wrack vor der Küste von Somaliland © Bettina Rühl

Piraterie in Somalia 

Jahrelang haben Piraten am Horn von Afrika Handelsschiffe gekapert, geplündert und entführt. Was ist aus ihnen geworden? Zwei ehemalige Seeräuber erzählen.

WOZ 12. Januar 2017

 

 

 

 

Ein wenig Optimismus in der Dürre.

Abgemagertes Rind in der Region Afar in Äthiopien. © Bettina Rühl

Zur Hungerkrise in Äthiopien. 

In Äthiopien herrscht die schlimmste Dürre seit Jahrzehnten. Dazu kommen heftige Überschwemmungen. Dennoch ist die Katastrophe nicht mit der Hungersnot der achtziger Jahre zu vergleichen. 

Würzig und intensiv riecht der Kaffee, den Zahara Mohammed ihren Gästen aus einer tönernen Kanne serviert. Die 50-jährige Äthiopierin hat in den vergangenen Monaten fast allen Besitz verloren. Ihre 30 Kühe sind verendet, die Hälfte ihrer einst 200 Ziegen ist gestorben. „Von denen, die bis jetzt überlebt haben, sind viele mehr tot als lebendig“, sagt sie mit rauer Stimme. 

WOZ, 30. Juni 2016 

 

 

Leichtes Gruseln

Binnenvertriebene in Somalia © Bettina Rühl

Nach Jahrzehnten des Afrika-Pessimismus hatten Kommentatoren und Analysten zuletzt am Gegenteil Geschmack gefunden, und das mit ähnlicher Beharrlichkeit. Der einstige „Katastrophen-Kontinent“ wurde nun zum „Erfolgsmodell“ umgeschrieben. Womöglich beobachteten die Autoren solcher Elogen aus den Augenwinkeln das Verhalten internationaler Investoren, aber dass ihre Lobeshymnen auf makro-ökonomischen Daten basierten, ist nicht zu bestreiten. Auf dem Kontinent wachsen viele Volkswirtschaften seit Jahren in einem beachtlichen Tempo, mit Zuwachsraten im hohen einstelligen oder im zweistelligen Bereich ... Volltext


Trauer um die Heimat

Mitglied der Anti-Balaka Miliz
Mitglied der Anti-Balaka Miliz © Bettina Rühl

Staatsversagen, Propaganda und knappe Ressourcen haben in der Zentralafrikanischen Republik zu einem grausamen Konflikt geführt. Auch internationale Eingreiftruppen sind bisher machtlos. 

Plünderer zerlegen die Häuser in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik. Die Besitzer haben sie vorher womöglich eigenhändig getötet, oder ihrem Mord durch einen entfesselten Mob applaudierend zugeschaut. 

Die Gewalt in dem Land eskaliert, Christen und Muslime gehen aufeinander los. Weil die Muslime in der Minderheit sind, sind vor allem sie die Opfer. Amnesty International spricht von einer „ethnischen Säuberung“. Die UN warnen seit Monaten vor einem drohenden Völkermord. Grausame Lynchmorde werden fast alltäglich, überall wird geschossen, geraubt und geplündert. Die Soldaten der französischen  Militärmission „Sangaris“ sind demgegenüber weitgehend hilflos, ebenso ihre afrikanischen Kollegen von der MISCA ... Volltext


Wo helfen nicht viel hilft

Junge in Bangui droht Muslimen
Junge in Bangui droht Muslimen © Bettina Rühl

Ein Priester in dem zentralafrikanischen Ort Boali wird tödlich bedroht, weil er mehrere hundert Muslimen in seiner Kirche Zuflucht gewährt. In der Stadt Bossangoa sind rund 35.000 Christen in den Bischofssitz geflohen, alle 7000 Muslime der Stadt in eine Schule. Der Ort selbst ist weitgehend verwaist, viele Häuser zerschlagen oder verbrannt. Die meisten Muslime hoffen nur noch, der Stadt und dem Land so schnell wie möglich entkommen zu können - die Zentralafrikanische Republik ist ein Land im Ausnahmezustand. Auch in der Hauptstadt eskaliert die Gewalt zwischen Christen und Muslimen. Grausame Lynchmorde werden fast alltäglich, überall wird geschossen, geraubt und geplündert. Die Soldaten der französischen  Militärmission „Sangaris“ sind demgegenüber weitgehend hilflos, ebenso ihre afrikanischen Kollegen von der MISCA ... Volltext


Ein Anfang von Aufbruch

Goldgräber in einer Mine im Kongo
Goldgräber in einer Mine im Kongo © Bettina Rühl

Seit Anfang 2012 ist in den USA ein Gesetz in Kraft, das den Handel mit Mineralien aus Konfliktregionen verbietet. Die kongolesische Regierung hat reagiert: Mit Hilfe deutscher Experten entwickelte sie ein Audit für die Minen des Landes und ein System für die Zertifizierung von Koltan, Kassiterit und Wolframit. Diese Mineralien werden in der IT-Industrie benötigt, für die Produktion von Handys und Laptops. Durch das neue System wird nachweisbar, ob diese Rohstoffe aus Konfliktgebieten kommen oder nicht.

Das ist ein großer Erfolg für die Menschenrechtsgruppen, die seit vielen Jahren darauf hingewiesen haben, dass der Abbau von Mineralien für die IT-Industrie Konflikte im Kongo finanziert. Denn im Osten des Landes kämpfen etliche bewaffnete Gruppen seit vielen Jahren um die Kontrolle über die lukrativen Bodenschätze des Landes. Die unterschiedlichen Milizen finanzieren ihren Krieg zu einem guten Teil durch den Abbau der Bodenschätze und Zwangsabgaben, die sie von der Bevölkerung erpressen. Das könnte sich nun ändern ... Volltext


Helfer in Lebensgefahr

Helfer in Lebensgefahr
Helfer in Lebensgefahr © Bettina Rühl

Auf dem Parkplatz des Madina-Krankenhauses in der somalischen Hauptstadt Mogadischu steht ein Auto, das von Kugeln komplett durchsiebt ist. Dort steht es seit einem Morgen im Mai 2009. An diesem Morgen wurde Mohamed Yusuf Hassan, der Direktor der Klinik, auf dem Weg zur Arbeit von vier Bewaffneten aus einem Fahrzeug heraus beschossen. Der Arzt fuhr im Zickzack und Haken schlagend bis zum Krankenhaus, stellte das Auto ab, zeigte seinen Mitarbeitern das Wrack, zog sich den grünen Kittel an und ging in den OP. Seitdem hat der 56-Jährige das Gelände des Madina-Hospitals nicht mehr verlassen.

Die Unbekannten waren vermutlich Mitglieder der islamistischen Miliz Al-Shabaab, die zum Terrornetzwerk Al-Qaida gehört und weite Teile Somalias kontrolliert. Ärzte und andere humanitäre Helfer stehen ganz oben auf der Liste ihrer Opfer, neben Journalisten und anderen Intellektuellen.

Seit 21 Jahren hat der Staat im Osten Afrikas keine Regierung mehr, die das Land tatsächlich kontrolliert und die Bevölkerung schützt. Ärzte wie Mohamed Yusuf Hassan oder seine Kollegin Khartoum Mohamed Siad Hassan gehören zu den wenigen, die in Mogadischu zu helfen wagen ... Volltext